Hansestadt Wismar - Sehenswürdigkeiten

 

 

 

HISTORISCHE ALTSTADT

Rathaus mit Rathauskeller

Das heute existierende klassizistische Rathaus stellt einen Neubau im Jahr 1817 – 1819 nach den Plänen von Johann Georg Barca dar, nachdem der linke Flügel des ursprünglichen spätgotischen Baus 1807 einstürzte. Hierbei blieben die noch erhaltenen spätgotischen Reste des Rathauskellers erhalten. Er beherbergt heute die täglich geöffnete Ausstellung „Wismar-Bilder einer Stadt“.

Marktplatz mit Wasserkunst

Der Wismarer Marktplatz ist mit seiner 10000qm Fläche einer der größten in Norddeutschland. Er ist umgeben von historischen Giebelhäusern wie beispielsweise dem „Alten Schweden“ und das „Reuterhaus“ mit dem Rathaus an der Nordseite. Auf der süd-ost-Seite des Markplatzes erhebt sich die im Stil der holländischen Renaissance erbaute Wasserkunst. Die Bauzeit betrug 22 Jahre (1580 – 1602) nach den Plänen des niederländischen Baumeisters Philipp Brandin. Sie diente bis 1897 der Trinkwasserversorgung der Stadt.

Alter Schwede

Der Alte Schwede, erbaut um 1380, ist eines der ältesten Bürgerhäuser in Wismar. Den heute bekannten Namen erhielt das Haus erst 1870 mit dem Einzug einer Gastwirtschaft. Vor 1878 diente der Alte Schwede als Geschäfts- und Wohnhaus in dem in den oberen Geschossen Speicherböden angelegt waren. Seit 1989, nach umgehender Restauration des Gebäudes, lädt der Alte Schwede wieder zu genussvollen, gemütlichen Essen ein.

Karstadt

1881 begründete Rudolph Karstadt in Wismar die spätere Karstadt AG. Das 1907 im Jugendstil erbaute viergeschossige Karstadt-Gebäude wurde später bezogen, gilt aber heute als Stammhaus der Karstadt AG. Neben Verkaufsflächen ist hier ebenso das Rudolph-Karstadt-Museum untergebracht und lädt dazu ein einen Blick auf den Schreibtisch des Rudolph Karstadt zu werfen und ausgewählte Arbeitsgegenstände der Gründerzeit zu entdecken.

Welt-Erbe-Haus

Das denkmalgeschützte Dielenhaus entstand 1350 als Wohn- und Geschäftshaus. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten dient das Haus seit 2014 als Informationsquelle für interessierte Einwohner und Touristen über die UNESCO sowie der Geschichte Wismars. Durch spezifische Themenräume wie beispielsweise „Häuser erzählen Geschichte“ und „Kaufleute erfinden das Dielenhaus“ werden besondere Schwerpunkte der Geschichte gesetzt. Ein optisches Highlight stellt das Tapetenzimmer, mit einer 64qm Wandfläche, bestehend aus wertvollen französischen Papierdrucken dar.

Schabbelhaus

Nach 2-jähriger Bauphase (1569-1571), nach Plänen Philipp Brandins, wurde das Schabbelhaus für den späteren Bürgermeister von Wismar Hinrich Schabbel als Wohn- und Brauhaus eröffnet und stellt eines der ältesten, im frühen Renaissancestil errichteten Gebäude, im Ostseeraum dar. Zurzeit wird das Gebäude saniert um bei Fertigstellung wieder die Funktion des stadtgeschichtlichen Museums im neuen Glanz aufnehmen zu können.

Zeughaus

Das 1701 erbaute Zeughaus befindet sich in Hafennähe und diente als neues Waffenarsenal nachdem 1699 das alte Zeughaus durch eine Pulverexplosion zerstört wurde. Das schwedische Wappen über dem Eingang zeugt von der Schwedenzeit wobei das Gebäude somit auch ein Beispiel barocker schwedischer Militärarchitektur darstellt. Die stützenfreie doppelte Hängekonstruktion des Dachstuhles bietet einen sehenswerten Anblick. Die Räumlichkeiten des Zeughauses werden heute von der Stadtbibliothek genutzt in denen auch gelegentlich verschiedene Veranstaltungen wie beispielsweise Lesungen und Fachvorträge stattfinden.
 

BACKSTEINGOTIK

Archidiakonat

Das Archidiakonat wurde Mitte des 15. Jahrhunderts als Verwaltungs- und Wohngebäude errichtet. Hierbei handelt es sich um einen zweigeschossigen Backsteinbau im Stil der norddeutschen Backsteingotik. Der aufwendig gestaltete Staffelgiebel an der Nordseite bietet einen faszinierenden Einblick in die norddeutsche Backsteingotik. Nach starker Beschädigung im zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude 1962/63 teilweise nach alten Plänen neu errichtet und stellt somit eines der wenigen erhaltenen Bauwerke des zerstörten Gotischen Viertels in Wismar dar.

Fürstenhof

Diese ehemalige Residenz der mecklenburgischen Herzöge entstand in mehreren Bauabschnitten. Das sogenannte „Alte Haus“, der westliche Flügel wurde 1512/13 im spätgotischen Stil errichtet, das „Neue Haus“ hingegen im Stil der italienischen Renaissance um 1553-55. Figürliche, reich verzierte Friese mit beispielsweise Szenen des Trojanischen Krieges, trennen optisch die drei Geschosse des „Neuen Hauses“. Durch ein aufwendig gestaltetes Tor mit einem beeindruckenden Sternengewölbe gelangt man in den Innenhof.  Der Fürstenhof befindet sich unmittelbar neben der St.-Georgen-Kirche welche ehemals mittels eines Übergangs zum „Alten Haus“ verbunden war.  Während der schwedischen Besatzung wurde der Fürstenhof als oberstes Gericht, das Tribunal genutzt. Heute befindet sich in den Räumlichkeiten das Wismarer Amtsgericht.

St. Georgen-Kirche

Die zwischen 1440 und 1550 erbaute St. Georgen-Kirche zählt zu den drei gotischen Großkirchen (St. Marien, St. Nikolai und St. Georgen) Wismars und wurde ursprünglich als dreischiffige Basilika mit Querhaus für die Gewerbetreibenden und Handwerker errichtet. 1945 wurde dieses beeindruckende Beispiel norddeutscher Backsteingotik durch Bombenangriffe stark beschädigt und verfiel seither zur Ruine. Eine umfassende Sanierung begann erst 1991, welche 2010 abgeschlossen wurde. Die Stadt sowie die Gemeinde nutzen die Kirche heute vorwiegend für kulturelle Veranstaltungen. Den Besuchern wird, durch eine mit dem Fahrstuhl erreichbare Plattform, ein überwältigender Anblick über die Hansestadt geboten.

Marienkirchturm

Der über 80m hohe Marienkirchturm ist der Rest einer der schönsten Backsteinkirchen in Norddeutschland. 1945 wurde diese Ratskirche so stark beschädigt, dass 1960 beschlossen wurde das monumentale Kirchenschiff zu sprengen. Aller Wahrscheinlichkeit nach stand bereits im 13. Jahrhundert an diesen Ort eine Pfarrkirche, welche dann im 14. Jahrhundert durch eine doppelt so große Kirche überbaut wurde. Das 36m breite Langhaus mit einer Höhe von 16m zeugt von dem ehemaligen Wohlstand der Hansestadt. Heute sind die Umrisse des gesprengten Kirchenschiffes wieder auf gemauert und verdeutlichen somit die einst riesigen Ausmaße des Gotteshauses, welches nach dem Vorbild der Lübecker Marienkirche errichtet wurde. Die Dauerausstellung „Wege zur Backsteingotik“ verdeutlicht interessierten Besuchern den anstrengenden Arbeitstag eines Kirchenbauers sowie einen detaillierten Einblick in diese mittelalterliche Bauweise.

St. Nikolai-Kirche

St. Nikolai wurde im 14. Jahrhundert für Seefahrer und Fischer im Stil der Spätgotik erbaut. Das 37m hohe Kirchenschiff ist das vierthöchste in ganz Deutschland. Ursprünglich besaß diese Backsteinkirche einen schlanken 60m hohen Turmhelm (Gesamthöhe 120m), welcher aber infolge eines Orkans 1703 einstürzte und dabei das Dach des Langschiffes sowie Teile der Inneneinrichtung zerstörte. Die Innenschäden wurden später durch einen barocken Einrichtungsstil ersetzt. Die St. Nikolai  -Kirche überstand die Bombenangriffe 1945 weitestgehend unbeschadet und wird heute durch die Stadt und die Gemeinde vorwiegend für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Heiligen-Geist-Kirche

Die im 15. Jahrhundert erbaute gotische Saalkirche gehört zum Heiligen-Geist-Hospital, welches im 13. Jahrhundert in Wismar gegründet wurde. Hierbei handelt es sich um eine Spitalkirche für die Kranken und Bedürftigen der Stadt. Das sogenannte „Langhaus“, welches unmittelbar an die Kirche gebaut wurde diente zur Beherbergung der Kranken und wurde vorrübergehend ebenso als Altersheim genutzt. Einen besonders schönen Anblick bietet der Innenhof der Heiligen-Geist-Kirche welcher bereits als Kulisse für den Grusel Stummfilm Nosferatu sowie der Serie SOKO Wismar diente.

 

HAFEN

Baumhaus

Das in der ersten Hälfte erbaute barocke Gebäude diente zur Sicherung des Wismarer Hafens. Ein schwimmendes Langholz diente hier zur Absperrung der Hafeneinfahrt. Vor dem quadratischen Barockbau stehen zwei originalgetreue Schwedenköpfe, welche ehemals in der Hafeneinfahrt im Stadtteil Wendorf standen. Ein Original dieser Herkulesköpfe kann im stadtgeschichtlichen Museum bewundert werden. Heute wird das Baumhaus vorwiegend für stetig wechselnde Ausstellungen genutzt.

Lohberg

Der Lohberg zählt mit seinen großartigen Speicher- und Lagerhäusern durch den direkten Blick auf den Hafen zu einem der schönsten Straßenzüge in Wismar. Gesäumt mit unzähligen Kneipen, Cafés und Restaurant lädt der Lohberg zu gemütlichen Beisammensitzen ein. Das wohl bekannteste Gebäude stellt das Brauhaus dar. Dieses wurde 1452 zur Bierherstellung errichtet. Seit 1995 wird dieses Haus wieder als Brauerei und zugleich Restaurant genutzt, wobei Sie bei guter einheimischer Küche ein selbstgebrautes Bier wie beispielsweise ein „Wismarer Roter Erik“ genießen können.

Grube

Der im 13. Jahrhundert künstlich angelegte Wasserlauf diente lange Zeit der Wasserversorgung der Anwohner Wismars. Die Grube setzt sich aus der Mühlengrube, die Frische Grube und letztendlich der Runden Grube zusammen. Sie verbindet den Schweriner See mit der Ostsee und gilt als einer der ältesten mit Felssteinen angelegten Wasserläufe Deutschlands.

Wassertor

Das 1450 errichtete Backsteingebäude ist das letzte erhaltene Tor, der Wismar umgebenden Stadtmauer, mit ehemals 4 weiteren Toren. Der Stufengiebel zur Stadtseite weist einen spätgotischen Stil auf, während der Nordgiebel um 1600 durch einen Umbau lediglich eine Dreiecksform aufweist. Auf beiden Giebeln befinden sich die Stadtwappen Wismars. Aufwendige Restaurierungsarbeiten zwischen den Jahren 1978 – 1984 machten den über dem Tor befindlichen Raum wieder nutzbar. Dieser wird heute von der Interessengemeinschaft „club maritim“ genutzt, welche regelmäßig Veranstaltungen durchführen.
 

 

 Bildnachweis: Tourismuszentrale Wismar (Giebelhäuser_300dpi © TZ Wismar, A. Rudolph,St.-Nikolai-Kirche_300dpi © TZ Wismar, A. Rudolph, Hafen_Image_300dpi © TZ Wismar, A. Rudolph)